Hallstatt

Die Alpenrepublik und ihre Hauptstadt Wien bieten nach außen hin ein verlockendes Bild. Ihre landschaftlichen Schönheiten ziehen im Sommer wie im Winter Millionen von Besuchern an, während Millionen weitere sich an ihrem unübertroffenen kulturellen Erbe erfreuen. Sein Charme ist legendär, seine Bewohner gastfreundlich, seine Küche herzhaft sättigend. In vielerlei Hinsicht scheint es ein Musterland, eine parlamentarische Demokratie und Mitglied der Europäischen Union zu sein, dessen geographische Lage und neutraler Status es zu einer Brücke zwischen Ost und West gemacht hat. Ein antiker lateinischer Beiname Felix Austria („O glückliches Österreich!“) scheint heute noch genauso zutreffend zu sein wie vor mehreren hundert Jahren, als er geprägt wurde. Doch bevor das Land diesen beneidenswerten Zustand erreichte, wurde es von Identitätskrisen und einer Geschichte heimgesucht, die turbulenter war als die meisten anderen.

Die österreichische Landschaft

Das Binnenland Österreich erstreckt sich über etwa 700 km (440 Meilen) zwischen zwei großen Seen, dem Bodensee im Westen und dem Neusiedlersee im Osten. Der Bodensee wird mit zwei Nachbarn, der Schweiz und Deutschland, geteilt, der Neusiedlersee mit Ungarn. Zwei Drittel des Landes sind gebirgig. Die Nördlichen Kalkalpen bilden die Grenze zu Bayern, während das Zentrum des Landes von einer Kette von imposanten Gipfeln dominiert wird, darunter der höchste Gipfel des Landes, der Großglockner (3.798m). Im Süden markieren die zackigen Umrisse der südlichen Kalkalpen die Grenze zum Nordosten Italiens und Sloweniens. Weit davon entfernt, undurchdringlich zu sein, werden die Berge an den meisten Orten von Flusstälern und zahlreichen Pässen wie dem Brenner durchzogen, die seit prähistorischen Zeiten genutzt werden. Die gewaltige Barriere der Zentralalpen wurde in jüngster Zeit durch den Bau der Grossglockner Hochalpenstrasse sowie durch Eisenbahn- und Autobahntunnel überwunden. Das österreichische Tiefland besteht aus den Ländern beiderseits der großen Wasserstraße der Donau; im Norden steigen diese entlang der Grenze zur Tschechischen Republik zu runden bewaldeten Gipfeln an, während sich der südöstliche Teil des Landes zu den Ebenen Ungarns und der Südslowakei hin öffnet.

Österreich ist nicht reich an Bodenschätzen, obwohl in den Bergen seit frühester Zeit Mineralerze und Salz abgebaut werden und nordöstlich von Wien ein wichtiges Ölfeld liegt. Die meiste Energie wird durch Wasserkraft geliefert. Nur das Tiefland unterstützt den großflächigen Anbau, wobei Wein- und Obstgärten in der Südsteiermark, im Burgenland und in Niederösterreich wunderbare Muster bilden. Nachdem das Land harte Zeiten durchlebt hatte, erlebte es Ende des 20. Jahrhunderts ein kleines Wirtschaftswunder, vor allem dank der Entwicklung des Dienstleistungssektors und des anhaltenden Wachstums des wichtigsten Standbeins der Wirtschaft – des Tourismus.

Regionale Höhepunkte

Österreich ist eine Bundesrepublik mit neun Bundesländern einschließlich Wien, jedes mit einer eigenen Regierung und Legislative. Bis vor kurzem hätte sich die Mehrheit der Einwohner des Landes eher als Tiroler, Salzburger, Steirer usw. denn als Österreicher bezeichnet. Die lokale Loyalität ist vor allem deshalb stark, weil die Bundesländer historisch gesehen ein weitgehend unabhängiges Leben führten und eine eigene Identität entwickelten.

Heute bietet jedes Bundesland (jede Region) seinen Besuchern seine besondere Version der österreichischen Gastfreundschaft und sein eigenes verlockendes Angebot an Attraktionen und Aktivitäten. Das allseits beliebte Tirol ist stolz auf seine Volkstraditionen und hat mehr als nur seinen gerechten Anteil an spektakulären Alpenlandschaften und bezaubernden alten Dörfern und Städten. Die Bundesländer Nieder- und Oberösterreich sind durch die Donau verbunden, deren Wasser von Ausflugsdampfern befahren wird, deren Ufer von Weinbergen gesäumt sind und die von mittelalterlichen Burgen und großen Stifte durchzogen ist.

Das Salzkammergut mit seinen herrlichen Seen und Bergen ist kein eigenes Bundesland, sondern wird von Oberösterreich, dem Salzburger Land und der Steiermark geteilt. Das Juwel des Salzburger Landes ist natürlich seine historisch faszinierende Hauptstadt, Salzburg selbst, eines der großen Städteziele Europas. Die Hauptstadt der Steiermark, das alte und charakteristische Graz, ist das Tor zur „Steirischen Toskana“, einer überraschend reizvollen Region mit sanften Hügeln und Weinbergen, die ihren Namen voll und ganz verdient.

Die Warmwasserseen Südkärntens sind seit langem ein beliebtes Ziel österreichischer Urlauber, während das Bundesland im Norden durch die Großglocknerstraße, die Hauptroute in die schneebedeckten Hohen Tauern, die heute ein Nationalpark sind, mit dem benachbarten Salzburger Land verbunden ist. Herrlich gelegene Seen prägen die kleinsten Bundesländer Österreichs. Östlich von Wien, an der Grenze zu Ungarn, erstreckt sich die sanfte Landschaft des Burgenlandes rund um den flachen Neusiedlersee, ein Wassersportparadies und ein international bedeutender Naturpark. Im äußersten Westen, jenseits der Gebirgsgrenze des Arlbergs, hat das Land Vorarlberg viel mit der Schweiz gemeinsam, einschließlich des ozeanartigen Bodensees (von dem auch Bayern ein kleines Stückchen hat).

In der Vergangenheit lebten die Bewohner der Bundesländer auf dem Land oder in kleinen Städten und blickten ebenso wenig nach Wien wie die Bürger anderer Teile des Reiches. Jedenfalls war die Reichshauptstadt immer kosmopolitischer geworden. Viele der Aristokraten, die sich um den kaiserlichen Hof scharten, hatten Wurzeln in Polen, Italien, Ungarn und in den tschechischen Provinzen Böhmen und Mähren. Im 19. Jahrhundert wurde die wirtschaftliche Expansion weitgehend durch jüdisches Kapital finanziert, und die Industrie war von Arbeitskräften aus allen Teilen des Reiches abhängig; um 1900 war fast ein Viertel der Bevölkerung tschechischer Herkunft. Eine solche Vielfalt war nicht charakteristisch für die meisten Provinzorte, die an ihrem germanischen Charakter festhielten und ihre Traditionen pflegten, von denen viele bis heute sehr lebendig sind. Wien dagegen war und ist in vielen Bereichen ein Zentrum der Innovation und des Experiments, und mit einer Bevölkerung von rund 1,7 Millionen Einwohnern ist es in diesem kleinen Land mit knapp 8,4 Millionen Einwohnern nach wie vor eine gewisse Anomalie. Es ist und bleibt ein großes Zentrum der europäischen Kultur und ein Magnet für Besucher aus aller Welt.

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Österreichs künstlerisches Erbe

An einem europäischen Scheideweg gelegen, war Österreich immer offen für Einflüsse seiner Nachbarn, vor allem aus Deutschland und Italien. Der kaiserliche Hof und eine mächtige Kirche wirkten an verschiedenen Punkten der Geschichte als Mäzene, während Wien mehr als eine Periode außerordentlichen Schaffens in den Künsten erlebt hat.

Wie auch anderswo sind Kirchen ein großer Fundus an Kunst und Architektur. Nahezu jede Pfarrkirche in Österreich ist von Interesse, wenn nicht wegen architektonischer Merkmale aus der Romanik, dann wegen Kunstwerken und Verschönerungen aus der Gotik oder Renaissance und vor allem aus dem Barock. Der Stephansdom in Wien ist einer der größten aller mittelalterlichen Dome mit einer Ausstattung der Spitzenklasse. Die Auswirkungen der italienischen Renaissance waren in Österreich erst mit der Zeit zu spüren, zeigen sich aber in prächtigen Hofpalästen wie dem Schloss Porcia in Spittal und vor allem in der extravaganten Grabanlage, die Kaiser Maximilian I. in Innsbruck für sich selbst errichten ließ. Das größte Projekt dieser Epoche war der Versuch der aufeinanderfolgenden Salzburger Erzbischöfe, ihre Stadt als Herausforderer Roms wieder aufzubauen.

Stehansdom in Wien

Im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert fand die Gegenreformation in der spielerischen Eleganz des Barock, der in Österreich seinen Höhepunkt erreichte und nach wie vor zu den größten Attraktionen des Landes zählt, das perfekte Vehikel für ihre Mischung aus Mystik und Theatralik. Im Bauboom, der auf die Verschärfung der Türkenbelagerung Wiens 1682 folgte, wurden zahlreiche neue Kirchen errichtet und ältere umgestaltet. Auf dem Lande wurden große mittelalterliche Klöster wie Melk und St. Florian in so genannte „Denkmäler des kämpferischen Katholizismus“ umgewandelt, und nur wenige Pfarrkirchen entgingen einer barocken Umgestaltung. In Wien wurde der Gipfel der Extravaganz in der prachtvoll gewölbten Karlskirche, dem Meisterwerk von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), sowie im Schloss Belvedere und in den Gärten, die für den Eroberer der Türken, Prinz Eugen von Savoyen, erbaut wurden, erreicht.

Karlskirche in Wien

Der Barock war schwer zu übertreffen, doch später waren österreichische Architekten führend in der internationalen Jugendstil-Bewegung, im deutschsprachigen Raum als Jugendstil bekannt, für den Wien den Maßstab für das übrige Mitteleuropa setzte.